Marktanreizprogramm (MAP)

Heizungsknopf auf Bauplan steht für Marktanreizprogramm (MAP); Quelle: istockphoto.com/Knipserin
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1. MAP im Überblick

Beim Heizen auf erneuerbare Energien umstellen - und von attraktiver Förderung profitieren

Auf dem Strommarkt ist der Siegeszug der erneuerbaren Energien weit vorangekommen, auf dem Wärmemarkt bestehen noch erhebliche Potenziale. Dabei wird für das Heizen zu viel Energie verbraucht: Mehr als zwei Drittel der Heizungsanlagen in Deutschland arbeiten ineffizient; rund zehn Millionen der Kessel sind älter als 15 Jahre. In den "Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt" sind die rechtlichen Grundlagen hierizu verankert.

Mit dem aktuell überarbeiteten und verbesserten Marktanreizprogramm (MAP), das zum 1. April 2015 in Kraft trat, will das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) daher mehr Haus- und Wohnungseigentümer, aber auch Unternehmen und Kommunen motivieren, bei der Wärme auf die Kraft aus Sonne, Biomasse und Erdwärme zu setzen.

Mehr Förderung für Solarthermie, Biomasse und Wärmepumpen

Mit dem MAP fördert das BMWi den Einbau von Solarthermieanlagen, Biomasseheizungen oder Wärmepumpen für Privatpersonen, Freiberufler und Unternehmen. Unterstützt wird aber auch der Neubau von größeren Heizwerken, die erneuerbare Energien nutzen, von Tiefengeothermieanlagen oder von Nahwärmenetzen zur Verteilung erneuerbar erzeugter Wärme, z. B. für Quartierslösungen von Kommunen.

MAP: Förderung auf zwei Säulen

Mit einem Volumen von über 300 Mio. Euro pro Jahr ist das MAP ein zentrales Instrument zum Ausbau erneuerbarer Energien im Wärmemarkt. Es leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende, da es Private, Unternehmen und Kommunen motiviert, in nachhaltige Heiztechnik zu investieren und mit erneuerbaren Energien ihren Bedarf an Wärme und Kälte zu decken. Die Förderung beruht dabei auf zwei Säulen:

Das Programm zielt hauptsächlich auf die Modernisierung bestehender Gebäude und gewerblicher bzw. industrieller Prozesse ab. Beim Neubau von Gebäuden ist eine Förderung dagegen nur bei bestimmten, innovativen Anlagentypen möglich. Hier besteht bereits eine Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien nach dem Erneuerbaren-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG).

Förderrichtlinien des Marktanreizprogramms

Die Einzelheiten der MAP-Förderung sind in Förderrichtlinien geregelt. Diese "Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt" werden je nach Bedarf an den Stand der Technik und an die aktuelle Marktentwicklung angepasst. Bei einer umfassenden Gebäudesanierung lässt sich das MAP auch mit weiteren KfW-Förderprogrammen kombinieren: Werden bei der Sanierung neben dem Einbau einer MAP-geförderten Heizung weitere Maßnahmen vorgenommen - beispielsweise die Dämmung der Gebäudehülle oder der Austausch der Fenster - können für diese Maßnahmen Förderungen aus dem KfW-Programm "Energieeffizient Sanieren" als Kreditvariante (Nr. 151) oder als Zuschussvariante (Nr. 430) in Anspruch genommen werden. Für den Heizungseinbau bietet das KfW-Programm "Energieeffizient Sanieren - Ergänzungskredit (Nr. 167)" daneben günstige Kredite.

Mit dem neuen "Anreizprogramm Energieeffizienz" (APEE) setzt das BMWi seit dem 1. Januar 2016 nun in mehreren Bereichen weitere wichtige Förderimpulse, um umfassende Modernisierungen spürbar zu beschleunigen. Damit sollen sowohl weitere Energie- und Kosteneinsparungen, als auch eine deutliche Reduktion von CO2-Emissionen erreicht und die bestehende Förderlandschaft passgenau ergänzt werden. Zum APEE gehört deshalb auch ein sog. Heizungspaket; zusätzliche Zuschüsse bekommt danach, wer eine veraltete Heizung gegen eine moderne, viel sparsamere austauscht - und zugleich die Heizungsanlage insgesamt optimiert, z. B. durch eine Dämmung der Heizungsrohre oder den Einbau moderner Thermostatköpfe. Wenn Sie dabei auf erneuerbare Energien setzen, finden Sie die rechtlichen Grundlagen hierfür in den "Richtlinie zur Förderung der beschleunigten Modernisierung von Heizungsanlagen bei Nutzung erneuerbarer Energien".

Nähere Informationen zur Kumulierung von Fördermaßnahmen - und was dabei beachtet werden sollte - finden Sie hier (PDF: 47 KB).

Verankerung im EEWärmeG

Das MAP wurde in den Anfängen bereits im Jahr 1993 gestartet. Mit dem Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) zum 1. September 2009 hat das MAP eine gesetzliche Verankerung erhalten. Das EEWärmeG definiert zugleich das Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch bis 2020 auf einen Anteil von 14 Prozent zu erhöhen - 2014 waren es noch 9,9 Prozent. Mit dem EEWärmeG wurde zudem eine gesetzliche Nutzungspflicht für den Einsatz eines Mindestanteils an erneuerbarer Wärme/Kälte in Neubauten eingeführt.

2. Private Hauseigentümer

Private Hauseigentümer: Wertvoller Investitionszuschuss für die neue Heizungsanlage

Private Hauseigentümer können mit dem Umbau Ihrer Heizung einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten. Erneuerbare Energien können den Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser bis zu 100 Prozent decken - und dabei nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch die Heizkostenrechnung senken. Ob Solarthermieanlage, Biomasseheizung oder effiziente Wärmepumpe - jede dieser Technologien spart CO2-Emissionen ein und hilft bei dem Ziel, bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand in Deutschland zu erreichen. Private Hauseigentümer werden daher mit dem MAP dabei unterstützt, die Heizungsanlage ihres Ein-, Zweifamilien- oder Mehrfamilienhauses auf erneuerbare Energien umzustellen.

Unterstützt wird dabei nicht nur die Anschaffung der neuen Heizung, sondern im Rahmen des Einbaus auch die Optimierung des gesamten Heizungssystems - etwa mit Zuschüssen für die Modernisierung der Heizkörper. Und wer bereits mit erneuerbaren Energien heizt, kann jetzt auch für das Nachjustieren seiner älteren, über das MAP bereits geförderten Anlage erneut einen weiteren Zuschuss beantragen. Diese Förderung zielt allerdings auf die Modernisierung bestehender Gebäude; bei einem Neubau sind grundsätzlich nur bestimmte, besonders innovative Anlagen förderfähig.

In fünf Schritten gelangen private Hauseigentümer durch das MAP zu attraktiven Zuschüssen:

  1. Eine förderfähige Heizungsanlage auswählen - am besten zusammen mit einem Energieberater.
  2. Heizung installieren lassen und in Betrieb nehmen.
  3. Förderantrag auf der Website des BAFA herunterladen.
  4. Förderantrag ausfüllen und unterschreiben. Fachunternehmererklärung vom Handwerker und Belege beifügen.
  5. Den vollständigen Förderantrag innerhalb von neun Monaten nach Inbetriebnahme der neuen Heizung beim BAFA einreichen.

Wertvolle Informationen und praktische Förderbeispiele für private Investoren bietet der neue Flyer "Heizen mit erneuerbaren Energien". Einen Überblick über die einzelnen förderfähigen Technologien und die Förderhöhe finden Sie hier: Investitionszuschuss - Förderung BAFA-Teil. Weitere Informationen zum Marktanreizprogramm, insbesondere auch zur Antragstellung und zu den als förderfähig anerkannten Anlagen finden Sie auf der Webseite des BAFA oder über die BAFA Hotline (06196 908-1625).

3. Unternehmen und Kommunen

Unternehmen und Kommunen: Tilgungszuschüsse für Investitionen in größere Wärmeanlagen

Neben privaten Hauseigentümern fördert das MAP auch Unternehmen und Kommunen, die in erneuerbare Energien investieren, um ihren Wärme- oder Kältebedarf abzudecken. Die jüngste Novelle des MAP diente gerade auch dazu, das Programm für den gewerblichen Bereich noch stärker zu öffnen. Denn die Energiewende im Wärmemarkt muss sich künftig noch stärker auch in den Betrieben abspielen.

Kleine und mittlere Unternehmen können deshalb vom MAP verstärkt profitieren: Sie erhalten in dem auf Unternehmen zugeschnittenen und von der KfW betreuten Teil des Programms einen so genannten KMU-Bonus von zusätzlichen 10 Prozent des Förderbetrags. Und Großunternehmen sind nun in allen Programmteilen uneingeschränkt berechtigt, eigene Förderanträge zu stellen.

Unternehmen und Kommunen können für die Errichtung größerer Anlagen, die mit erneuerbaren Energien Wärme oder Kälte erzeugen, aber auch für den Bau neuer Nahwärmenetze, Fördermittel in Form von zinsgünstigen Darlehen und Tilgungszuschüssen erhalten. Die KfW setzt den auf größere Anlagen ausgerichteten Teil des MAP im Rahmen ihres Programms "Erneuerbare Energien Premium" um.

Diese Förderung richtet sich vor allem an gewerbliche und kommunale Investoren und zielt auf die Errichtung größerer Wärmeanlagen sowie von Wärmenetzen und -speichern. Einen Überblick über die einzelnen förderfähigen Technologien und die Förderhöhe finden Sie hier: Tilgungszuschuss - Förderung KfW-Teil.

Die Förderanträge sind - noch bevor konkrete Schritt zum Einbau einer Anlage begonnen werden ("Vorhabensbeginn") - über die örtlichen Kreditinstitute (Hausbanken) bei der KfW einzureichen. Kommunen stellen ihre Anträge direkt bei der KfW. Als Vorhabensbeginn gilt z. B. der Abschluss eines Kaufvertrags über eine entsprechende Anlage. Zulässig und sogar sehr empfehlenswert ist es dabei, wenn vor einem Förderantrag für Planungs- und Beratungsleistungen Experten beauftragt werden, die z. B. helfen eine maßgeschneiderte Lösung mit erneuerbaren Energien für den jeweiligen Wärme- oder Kältebedarf zu finden.

4. Bilanz 2015

Das Marktanreizprogramm (MAP) ist ein zentrales Förderinstrument der Bundesregierung für Investitionen in erneuerbare Wärme und Kälte. Es fördert Anlagen für Heizung und Warmwasserbereitung sowie zur Bereitstellung von Kälte oder Prozesswärme aus erneuerbaren Energien.

Im Jahr 2015 wurde das MAP umfassend überarbeitet, die neue Fassung der Förderrichtlinien ist seit dem 1. April 2015 in Kraft. Mit der Novelle wurden die Fördermöglichkeiten erweitert, verbessert und neue, innovative Technologien in die Förderung aufgenommen.

Das MAP trägt dazu bei, das im Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) verankerte Ziel eines Anteils von 14 Prozent erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte bis zum Jahr 2020 zu erreichen (Stand 2015: 13,2 Prozent ).

Zwischen 2006 und 2015 hat das MAP bei Förderkosten von insgesamt ca. 2,4 Milliarden Euro zu Investitionen in Höhe von ca. 13,1 Milliarden Euro in die Errichtung von Anlagen, Wärmenetzen und -speichern zur Nutzung erneuerbarer Energien geführt.

Im MAP-Programmteil der Investitionszuschüsse (so genannter BAFA-Teil) wurden in 2015 insgesamt rd. 38.200 Anlagen gefördert, hauptsächlich Solarthermieanlagen, Biomassekessel und Wärmepumpen in bestehenden Ein- und Zweifamilienhäusern. Hierbei stehen rd. 17.000 Solarkollektoranlagen an erster Stelle, gefolgt von rd. 16.700 Biomasseheizungen rd. 3.700 Wärmepumpen sowie weiteren Maßnahmen. Die Anzahl der im BAFA-Teil neu eingegangenen Anträge liegt in 2015 insgesamt bei rd. 68.000.

Im KfW-Teil des MAP (KfW Programm Erneuerbare Energien, Premium) für Anlagen im höheren Leistungsbereich sowie für Wärmenetze und -speicher, die aus erneuerbaren Energien gespeist werden, sind in 2015 insgesamt 1.521 zinsgünstige KfW-Darlehen zugesagt worden. Dabei entfällt der größte Anteil auf 993 Wärmenetze. In 2015 sind im KfW-Teil des MAP insgesamt 1.390 neue Anträge eingegangen.

Das Marktanreizprogramm wird im Jahr 2016 fortgeführt.


Wer beim Heizen auf erneuerbare Energien umstellt, kann von attraktiver Förderung profitieren. Wie das genau funktioniert, zeigt der Animationsfilm.

Das Marktanreizprogramm wird fortlaufend wissenschaftlich evaluiert.