alpha ventus

Betriebsergebnis des Pilot-Windparks 2011 höher als erwartet

Konverterplattform im Windpark Alpha Ventus
© BMWi/Holger Vonderlind
Alpha ventus
Am 27. April 2010 wurde mit dem Testfeld alpha ventus, 45 km nördlich der Insel Borkum, der erste Hochsee-Windpark Deutschlands offiziell in Betrieb genommen. Der Windpark besteht aus insgesamt 12 Anlagen mit einer Leistung von jeweils 5 MW, die Gesamtleistung von alpha ventus liegt damit bei 60 MW. Im ersten vollen Betriebsjahr 2011 haben die Anlagen mit 267 Millionen Kilowattstunden rd. 15 Prozent mehr Strom erzeugt als vorgesehen.

alpha ventus liefert Grundlagenwissen für weiteren Offshoreausbau

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hatte die Genehmigung des Pilot-Windparks unter dem Namen "Testfeld Borkum West" im Jahr 2008 erteilt. alpha ventus wurde von dem Konsortium der Deutschen Offshore-Testfeld und Infrastrukturgesellschaft (DOTI) realisiert, bestehend aus den Energieunternehmen EWE, E.ON Climate and Renewables und Vattenfall Europe Windkraft. Mit dem Testfeld alpha ventus werden praktische Erfahrungen für die weitere kommerzielle Nutzung der Windenergie in Deutschland gesammelt.

Datenblatt: alpha ventus - "Testfeld Borkum West"
BetreiberDOTI GmbH
Inhaberin GenehmigungStiftung OFFSHORE-WINDENERGIE
LageNordsee, 45 km nördlich der Insel Borkum außerhalb der 12-Meilenzone
Eckkoordinaten54° 00,0’ N 6°34,4’ E
54° 01,6’ N 6°34,4’ E
54° 01,6’ N 6°37,3’ E
54° 00,0’ N 6°37,4’ E
Windturbinen6 x AREVA Multibrid M5000, 6 x REpower 5M
Gesamtleistung12 x 5 MW = 60 MW
BaubeginnAugust 2007
Inbetriebnahme27. April 2010

Bauablauf und Status quo

Bereits im Herbst 2008 wurde mit der Fertigstellung des Umspannwerks am südöstlichen Eckpunkt des Windparks der erste Bauabschnitt realisiert. Ein Jahr zuvor war mit der Verlegung eines rd. 60 km langen Seekabels für die Anbindung des Windparks an das deutsche Stromnetz begonnen worden. Anfang 2009 konnte dieses Teilprojekt abgeschlossen werden.

Anschließend startete die Errichtung der ersten Windenergieanlagen. Im August des gleichen Jahres gingen die ersten Anlagen ans Netz und im November 2009 konnte die Errichtung aller 12 WEA abgeschlossen werden. Der Windpark besteht aus jeweils 6 Windenergieanlagen der Unternehmen AREVA und REpower, deren Fundamente in einer Wassertiefe von ca. 30 Metern installiert wurden.

Bei den Offshore-WEA kommen unterschiedliche Fundamenttypen zum Einsatz. Während die AREVA-Anlagen Tripod-Fundamente aufweisen, kommen bei den REpower-Anlagen Jacket-Fundamente zum Einsatz. Im Praxistest sollen die Vor- und Nachteile der jeweiligen Fundamenttypen analysiert werden. Die offizielle Inbetriebnahme von alpha-ventus fand am 27. April 2010 durch Bundesumweltminister Norbert Röttgen sowie Vertreter des DOTI-Konsortiums und der Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE statt.

Während der Bauphase von alpha ventus konnte das Konsortium erste Erkenntnisse für die Realisierung von Offshore-Projekten gewinnen. So kam es vor allem wegen ungünstiger Wetterbedingungen zu einigen Verzögerungen bei der Installation der Fundamente und Turbinen. Für die Errichtung der Fundamente wird beispielsweise ein geeignetes Wetterfenster von etwa 4 Tagen benötigt, welches zeitweise nicht gegeben war.

Begleitforschung zur Beschleunigung des Einstiegs in Offshore-Windenergie

Das Pilotprojekt vor der niedersächsischen Nordseeküste wird insbesondere durch eine umfangreiche Begleitforschung Erfahrungen und Informationen für die Errichtung weiterer kommerzieller Windparks auf hoher See bereitstellen. Im Zentrum der begleitenden Forschung steht die Forschungsinitiative RAVE (Research at alpha ventus).