FINO 1-3

Überblick

Konverterplattform der FINO 1
© BMWi/Holger Vonderlind
FINO 1-3
Neben dem Offshore-Testfeld alpha ventus und der damit verbundenen Forschungsinitiative RAVE gibt es drei Forschungsplattformen in Nord- und Ostsee (FINO 1-3), die wichtige Daten für die Nutzung von Offshore-Windenergieanlagen auf hoher See sammeln.

Durch die Forschungsplattformen sollen insbesondere die Kenntnisse über die meteorologischen und hydrologischen Bedingungen in der Nord- und Ostsee verbessert werden. Außerdem werden die Auswirkungen von Offshore-Windenergieanlagen auf die ökologische Umgebung untersucht.

Datenblatt: FINO 1-3
 FINO 1FINO 2FINO 3
BetreiberFuE-Zentrum Fachhochschule Kiel GmbHSchiffahrtsinstitut Warnemünde e.V.FuE-Zentrum Fachhochschule Kiel GmbH
LageNordsee, 45 km nördlich von Borkum Ostsee, 39 km nördlich von Rügen Nordsee, 80 km westlich von Sylt 
KoordinatenN 54° 0,86‘ E 6° 35,26‘ N 55° 0,42’E 13° 9,25’ N 55° 11,7‘ E 007° 9,5‘ 
Wassertiefe30 m20 m23 m
Inbetriebnahme200320072009

Forschungs-

schwerpunkte

Meteorologie, Hydrologie, Ökologie (Vogelzug) Meteorologie, Ökologie (Schallschutz), verkehrstechnische Untersuchungen Meteorologie, Hydrologie, Ökologie (Vogelzug, Schallschutz) 

FINO 1

Seit dem Jahr 2003 werden bereits Forschungsdaten auf der Nordsee-Plattform FINO gewonnen. Sie liegt etwa 1,45 km nördlich von Borkum, in direkter Nachbarschaft zu dem einige Jahre errichteten Testfeld alpha ventus. Seit Anfang Februar 2012 ist das Forschungs- und Entwicklungszentrum Fachhochschule Kiel GmbH (FuE-Zentrum FH Kiel GmbH) für den Betrieb von FINO 1 zuständig, vorher hat der Germanische Lloyd die Plattform über mehrere Jahre betrieben.

Mehrjährige Wind- und Termperaturzeitreihen liefern meteorologische Erkenntnisse

FINO 1 liefert u.a. Daten über Windgeschwindigkeiten, Temperaturen, Salzgehalt des Wassers und der Luft, Meeresströmungen, Vogelzüge und Schallimmissionen. Durch den langen Betrieb der Plattform konnte mittlerweile ein ausführliches Wind- und Temperaturprofil für die Region rund um die Plattform erstellt werden. Neben dem Testfeld alpha ventus profitieren weitere Offshore-Windparks, die in Nachbarschaftslage von FINO 1 errichtet werden, von diesen Daten, so z.B. das seit Herbst 2011 in Bau befindliche Projekt Borkum West 2.

FINO 2

Im Jahr 2007 wurde die Forschungsplattform FINO 2 in der Ostsee in Betrieb genommen. FINO 2 liegt in der Ostsee rd. 39 km vor Rügen und wird von dem Schiffahrtsinstitut Warnemünde betrieben. Die Forschungsplattform befindet sich in der Nähe des im Bau befindlichen Offshore-Projekts Baltic 2.

Auswirkungen auf den Schiffsverkehr wichtiges Forschungsfeld

Ein wichtiges Forschungsgebiet von FINO 2 sind verkehrstechnische Untersuchungen, welche die Wechselwirkungen zwischen Offshore-Bauwerken und der Seeschifffahrt untersuchen. So haben erste Experimente ergeben, dass die Seeschifffahrt bereits überwiegend die technischen Voraussetzungen besitzt, um die Gefahr von Zusammenstößen zu vermeiden, wenn diese mit dem sogenannten AIS-System (Automatic Identification System) ausgestattet werden.

FINO 3

Die jüngste Plattform FINO 3 wurde 2009 errichtet. Wie bei FINO 1 befindet sich ihr Standort in der Nordsee, rd. 80 km westlich vor Sylt und nahe den Offshore-Projekten DanTysk, Sandbank 24 und Nördlicher Grund. Die Zuständigkeit für FINO 3 hat wie bei FINO 1 die FuE-Zentrum FH Kiel GmbH.

Ökologische Untersuchungen im Fokus

Ein Forschungsschwerpunkt von FINO 3 ist u.a. der Einfluss von Offshore-Windenergieanlagen (OffWEA) auf das ökologische Umfeld. In diesem Zusammenhang hat ein Vergleich von FINO 1 und FINO 3 Daten über die Wirkungen auf den Vogelzug ergeben, dass ein akustisches und visuelles Frühwarnsystem entwickelt werden muss, dass in Nächten mit starkem Vogelzug automatisch aktiviert wird.

Daten für die Forschung

Die ermittelten Daten werden sowohl Forschungsinstituten und Behörden als auch den WEA-Herstellern und Betreibern zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, eine optimale Betriebsführung der OffWEA zu gewährleisten. Grundlage für die Errichtung solcher Messmasten auf hoher See ist ein Beschluss der Bundesregierung aus dem Jahr 2002, nachdem in der Nähe von möglichen Offshore-Gebieten diese Forschungsplattformen entstehen sollten. Die Projekte werden unter anderem durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert.