Nationale Ausschreibungen und Ergebnisse

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz 2017 (EEG 2017) schafft die Grundlage für die Durchführung von Ausschreibungen für Anlagen der erneuerbaren Energien. Auf dieser Basis führt die Bundesnetzagentur jährlich regelmäßige Ausschreibungsrunden für Windenergieanlagen an Land, Windenergieanlagen auf See, Solaranlagen (Photovoltaik-Anlagen) ab einer Leistung von 750 Kilowatt (kW) und Biomasse-Neuanlagen ab einer Leistung von 150 MW. Alle Biomasse-Bestandsanlagen auch unter 150 MW installierter Leistung können an der Ausschreibung teilnehmen, um eine 10-jährige Anschlussförderung zu erhalten, wenn Strom bedarfsgerecht und flexibel erzeugt wird.

Die Anforderungen an Bieter und ihre Gebote zur Teilnahme an den Ausschreibungen sind im EEG 2017 festgelegt. Diese sind zwingend einzuhalten. Gebote, die die Vorgaben nicht erfüllen, werden ausgeschlossen. Die Formularvorgaben werden daher in der Bekanntmachung der Bundesnetzagentur zum jeweiligen Gebotstermin genau beschrieben. Diese Bedingungen sowie die Möglichkeit, Fragen zu den konkreten Ausschreibungsverfahren zu stellen, finden Sie hier.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Gebotstermine im Jahr 2017

GebotsterminTechnologieAusschreibungsvolumen
1. Februar 2017Solaranlagen200 MW
1. April 2017Windenergieanlagen auf See1.550 MW
1. Mai 2017Windenergieanlagen an Land800 MW
1. Juni 2017Solaranlagen200 MW
1. August 2017Windenergieanlagen an Land1.000 MW
1. September 2017Biomasseanlagen150 MW
1. Oktober 2017Solaranlagen200 MW
1. November 2017Windenergieanlagen an Land1.000 MW

Ausschreibungen und Ergebnisse für Solaranlagen 2017

In Deutschland tragen netzgekoppelte Photovoltaik-Anlagen maßgeblich zur Stromversorgung bei und werden mit dem EEG gefördert. Am 12. Dezember 2016 hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) die erste Ausschreibung für Solaranlagen nach den neuen Regelungen des EEG 2017 gestartet. Danach wird die Vergütung für Photovoltaik-Anlagen ab einer Leistung von 750 Kilowatt (kW) durch Ausschreibungen ermittelt. Investoren konnten ihre Gebote vom 1. Januar bis zum 1. Februar 2017 bei der BNetzA abgeben. Gebote mit dem niedrigsten Betrag erhalten den Zuschlag. Kleinere Anlagen erhalten eine Festvergütung. Solaranlagen unterhalb einer Leistung von 750 kW werden weiterhin über gesetzlich festgelegte Vergütungen gefördert. Die Ausschreibungen orientieren sich an den Erfahrungen, die von 2015 bis 2016 im Rahmen der Pilotausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen gesammelt wurden.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Ergebnisse der ersten Ausschreibung für Solaranlagen nach dem EEG 2017:

Ausschreibungen 2017Solaranlagen
Gebotstermin1. Februar 2017
Anzahl der eingegangen Gebote97
mit Gebotsvolumen488 MW
Ausgeschlossene Gebote9
Niedrigster Gebotswert6,00 ct/kWh
Höchster Gebotswert8,86 ct/kWh
Anzahl der bezuschlagten Gebote38
bezuschlagtes Gebotsvolumen200 MW
Niedrigster Zuschlagswert6,00 ct/kWh
Höchster Zuschlagswert6,75 ct/kWh
Durchschnittlicher Zuschlagswert6,58 ct/kWh

Weitere Details zum Ausschreibungsergebnis können Sie der Internetseite der Bundesnetzagentur entnehmen.

Ausschreibungen für Windenergieanlagen auf See

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die installierte Leistung von Windenergieanlagen auf See ab dem Jahr 2021 bis zum Jahr 2030 auf insgesamt 15 Gigawatt zu steigern. Um dieses Ziel kostengünstig zu erreichen, wird auch die Höhe der Vergütung für Offshore-Windenergieanlagen durch Ausschreibungen ermittelt. Grundlage hierfür ist das Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG) (Quelle: S. 53, Bundesgesetzblatt), das ebenfalls zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist. Es verzahnt zudem für Wind auf See Flächenplanung und Raumordnung, Anlagengenehmigung, EEG-Förderung und Netzanbindung besser und kosteneffizienter miteinander.

Die BNetzA hat am 30. Januar 2017 die erste Ausschreibung für Offshore-Windenergieanlagen bekannt gegeben. Die Ausschreibung umfasste ein Volumen von 1.550 Megawatt (MW). Gebote konnten bis zum 3. April 2017 bei der BNetzA abgegeben werden. Der nächste Gebotstermin ist der 1. April 2018.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Ergebnisse der ersten Ausschreibung für Offshore-Windenergieanlagen nach dem WindSeeG:

Ausschreibungen 2017Windenergieanlagen auf See
Gebotstermin1. April 2017
Anzahl der bezuschlagten Gebote4
bezuschlagtes Gebotsvolumen1.490.000 MW
Niedrigster Zuschlagswert0,00 ct/kWh
Höchster Zuschlagswert6 ct/kWh
Durchschnittlicher Zuschlagswert (mengengewichtet)0,44 ct/kWh

Weitere Details zum Ausschreibungsergebnis können Sie der Internetseite der Bundesnetzagentur entnehmen.

Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land

Die Windenergienutzung an Land wird als eine der kostengünstigsten Sparten der erneuerbaren Energien immer wichtiger für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Dabei wird der weitere Ausbau der Windenergie an Land nicht nur durch die Änderung der EEG-Vergütung bestimmt, sondern vor allem auch durch die begrenzten Flächen, die für den Ausbau der Windenergie an Land zur Verfügung stehen. Eine Strategie zur Entwicklung der Onshore-Windenergie ist das Repowering, bei dem gerade an guten Standorten viele alte, kleinere Windenergieanlagen durch moderne, leistungsstärkere Anlagen ersetzt werden können. Grundsätzlich sind Ausschreibungen für Anlagen ab einer installierten Leistung von 750 kW vorgesehen. Ausgenommen sind Pilotanlagen, mit denen innovative Technik erprobt wird.

Die BNetzA hat am 8. März 2017 die erste Ausschreibung für Windenergieanlagen an Land nach den neuen Regelungen des EEG 2017 gestartet. Gebote für Onshore-Windenergieanlagen können bis zum 2. Mai 2017 abgegeben werden. 800 MW beträgt das Ausschreibungsvolumen in dieser Runde. Weitere Ausschreibungen in diesem Jahr erfolgen zum 1. August und zum 1. November 2017 mit jeweils 1.000 MW.

Ausschreibungen für Biomasseanlagen

Der erste Gebotstermin für Biomasseanlagen ist der 1. September 2017. Zu diesem Termin werden 150 MW ausgeschrieben. Teilnehmen können Neuanlagen mit einer installierten Leistung größer 150 kW. Eine Besonderheit für Biomasseanlagen: Auch Bestandsanlagen (auch kleiner 150 kW), deren bisheriger Förderanspruch nur noch maximal 8 Jahre beträgt, können an der Ausschreibung teilnehmen. Bestandsanlagen können auf diese Weise den Zuschlag für eine 10-jährige Anschlussförderung zu erhalten. Sie müssen dann aber die gleichen Flexibilitätsanforderungen erfüllen wie Neuanlagen. Weitere Ausschreibungen finden zukünftig einmal jährlich zum Gebotstermin 1. September statt.

Gemeinsame Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen

In einem Pilotvorhaben werden in den Jahren 2018 bis 2020 Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen gemeinsam ausgeschrieben. Ziel dieser gemeinsamen Ausschreibungen ist es, Funktionsweise und Wirkungen von technologieübergreifenden Ausschreibungen zu erproben und die Ergebnisse, auch im Vergleich zur technologiespezifischen Ausschreibung, zu evaluieren.

Das Ausschreibungsvolumen der gemeinsamen Ausschreibungen beträgt insgesamt 400 Megawatt installierte Leistung pro Jahr. Es wird gleichmäßig auf zwei Gebotstermine jeweils am 1. April und 1. November verteilt.

Das BMWi hat am 11. April 2017 die Länder- und Verbändeanhörung zum Referentenentwurf zur Verordnung zu den gemeinsamen Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen eingeleitet. Stellungnahmen können bis zum 24. April 2017 übermittelt werden und werden bei Einverständnis des Absenders auf der Internetseite des BMWi veröffentlicht.

Detaillierte Informationen zu den gemeinsamen Ausschreibungen finden Sie im Eckpunktepapier (PDF: 67 KB).