Photovoltaik Dach

  • Schon das Erneuerbare-Energien-Gesetz 2014 (EEG 2014) zielt auf einen jährlichen Zubau von 2,5 Gigawatt (GW) in Form von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus solarer Strahlungsenergie ab. Dieses Ziel hat auch im EEG 2017 weiter Bestand. Zukünftig wird die Förderung für neue große Photovoltaik-Freiflächenanlagen und neue große Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) auf Gebäuden oder sonstigen baulichen Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 750 Kilowatt (kW) über Ausschreibungen vergeben. Die jährliche Ausschreibungsmenge für dieses Segment beträgt 600 Megawatt (MW). Die Bundesnetzagentur ist die ausschreibende Stelle und wird pro Jahr drei Ausschreibungsrunden durchführen. Die Förderung für alle anderen neuen kleinen und mittleren PV-Anlagen auf Gebäuden, sonstigen baulichen Anlagen oder Freiflächen, deren installierte Leistung 750 kW oder weniger beträgt, erhalten weiterhin eine gesetzlich festgelegte Förderung nach dem EEG 2017. Diese kleineren und mittleren PV-Anlagen müssen somit nicht an einer Ausschreibung teilnehmen, um eine Förderung nach dem EEG zu erhalten. Die Höhe der Förderung ist in § 48 in Verbindung mit 49 EEG 2017 festgelegt und wird für den eingespeisten Strom gewährt. Die Förderhöhe orientiert sich dabei jeweils am Zubau der vorherigen Monate (atmender Deckel). Insgesamt sollen jährlich kleinere und mittlere PV-Anlagen in einem Umfang von 1 900 MW zugebaut werden.
  • Der Mechanismus des atmenden Deckels wurde mit dem EEG 2017 leicht angepasst. Mit dem neuen EEG 2017 wird der Bezugszeitraum für den Zubau von einem Jahr auf sechs Monate verkürzt, so dass der atmende Deckel schneller auf über- oder Unterschreitungen reagieren kann. Darüber hinaus wurde der atmende Deckel bei der Unterschreitung des Zielkorridors von 2 500 MW so angepasst, dass die Vergütungssätze etwas schneller auch wieder steigen können, wenn der Zubau über eine längere Zeit stark unterhalb des Zielkorridors bleibt. Mit dieser Änderung wurde auf den verringerten Zubau im Bereich der PV-Anlagen auf Gebäuden in den vergangenen Jahren reagiert. Das Potenzial für PV-Anlagen auf Gebäuden ist sehr groß ist und die Planungszeiten sind verglichen mit anderen Technologien relativ kurz.
  • Das Segment der kleineren und mittleren PV-Anlagen auf Gebäuden zeichnet sich durch eine große Akteursvielfalt, einer großen Bedeutung des Segments von Anlagen < 100 kW und damit verbunden einer gute Wettbewerbssituation aus. Darüber hinaus kommt dem Eigenverbrauch bei Photovoltaikanlagen auf Gebäuden eine sehr hohe Bedeutung zu. Aufgrund der stark fallenden Vergütungen in den letzten Jahren, war der Eigenverbrauch ein wesentlicher Grund für den Bau dieser Anlagen. Der Eigenverbrauch ist deswegen finanziell so attraktiv, da für den selbst erzeugten Strom keine Netzentgelte (wenn das Netz nicht genutzt wird), keine Stromsteuer und nur eine reduzierte EEG-Umlage zahlen muss, so dass die Eigenstromerzeugung häufig günstiger als der Bezug von Strom aus dem Netz ist.
  • Die PV-Anlagen auf Gebäuden, sonstigen baulichen Anlagen oder Freiflächen mit einer installierten Leistung von 100 kW oder weniger können zudem weiterhin ihren Strom, nach dem Anschluss der Anlagen an das Netz dem Netzbetreiber andienen und erhalten hierfür vom Netzbetreiber die gesetzlich in §§ 49 in Verbindung mit § 49 EEG 2016 festgelegte Vergütung für den eingespeisten Strom. Alle PV-Anlagen über 100 kW müssen ihren Strom direkt vermarkten und erhalten die sog. gleitende Marktprämie.
  • Die Ausgestaltung der Förderung für neue PV-Anlagen nach dem EEG 2017 wurde mit den betroffenen Akteuren diskutiert. Einen Vorschlag für den Rahmen der künftigen PV-Förderung hatte das BMWi bereits 2015 vorgelegt und im Rahmen einer öffentlichen Konsultation (PDF: 346 KB) zur Diskussion gestellt.
  • In die Entscheidung über die künftige Ausgestaltung der Förderung für neue PV-Anlagen nach dem EEG 2017 ist die Marktanalyse sowie die Ergebnisse von zwei Fachworkshops eingegangen, die das BMWi im März und im Mai 2015 zum veranstaltet hat.

Erster Fachworkshop

Am 19. März 2015 hat das Bundeswirtschaftsministerium einen ersten Fachworkshop "Photovoltaik-Dachanlagen" im Rahmen der Erarbeitung eines Ausschreibungsdesigns durchgeführt. Ziel des Workshops war die Diskussion der zentralen Aussagen der Marktanalyse. Tagesordnung und Vorträge stehen Ihnen zum Download zur Verfügung:

Zweiter Fachworkshop

Am 6. Mai 2015 hat das Bundeswirtschaftsministerium einen zweiten Fachworkshop "Photovoltaik-Dachanlagen" im Rahmen der Erarbeitung eines Ausschreibungsdesigns durchgeführt. Ziel des Workshops war die Diskussion über das Marktpotenzial großer Dachanlagen und Möglichkeiten der Übertragung der PV-Freiflächenausschreibung auf das Segment der großen Dachanlagen. Tagesordnung und Vorträge stehen Ihnen zum Download zur Verfügung: