Die Internationale Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA)

Die Internationale Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA) ist eine internationale Regierungsorganisation zur weltweiten Förderung des Ausbaus und der nachhaltigen Nutzung erneuerbarer Energie. Seit ihrer Gründung 2009 in Bonn, verfügt sie derzeit über 149 Mitglieder, weitere 27 Staaten befinden sich im Beitrittsprozess.

Die Generalversammlung im Januar 2015 hat den ersten Generaldirektor von IRENA, Hr. Adnan Z. Amin(Kenia) für weitere 4 Jahre im Amt bestätigt.

IRENA hat ihren Hauptsitz in Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate. Das IRENA Innovations- und Technologiezentrum (IITC), eine der drei Fachabteilungen, sitzt in Bonn. IRENA arbeitet derzeit mit über 100 internationalen Experten.

IRENA vertritt in internationalen Debatten die globale Stimme für erneuerbaren Energien ("the global voice"). Sie ist außerdem Plattform für den Austausch zwischen Ländern über Erfolgsmodelle des Ausbaus erneuerbarer Energien, effiziente politische Rahmenbedingungen zur Förderung der erneuerbaren Energien, den Aufbau von Kapazitäten, Finanzmechanismen sowie Energieeffizienzmaßnahmen, die mit erneuerbaren Energien in Bezug stehen. Als Beratungsinstanz ermöglicht sie den Zugang zu Informationen über erneuerbare Energien, von technologischem Fachwissen über ökonomische Daten bis hin zu Potenzialen und Entwicklungsszenarien erneuerbarer Energien. Sie berät sowohl Industrie- wie auch Entwicklungs- und Schwellenländer beim Ausbau erneuerbarer Energien.

Laut der im November 2015 von der IRENA vorgelegten Analyse "REmap 2030 Germany", ist Deutschland hinsichtlich der Ziele bis 2030 mit Blick auf erneuerbarer Energien voll auf Kurs. Zusätzliche Ausbaupotenziale bestehen laut der Studie insbesondere in den Bereichen Wärme und Verkehr.

Kooperation mit anderen Akteuren

IRENA ist eine internationale Organisation mit globaler Reichweite, geschaffen mit dem Ziel, die Bemühungen aller beteiligten Akteure für den massiven und weltweiten Einsatz von erneuerbare Energie-Technologien zu unterstützen. Regierungen, nationale und internationale Institutionen, Nichtregierungsorganisationen und der Privatsektor sind dabei unverzichtbare Partner.

IRENA hat mittlerweile zusammen mit der IEA eine gemeinsame Datenbank zu Energiepolitiken und Maßnahmen sowie zum Thema Offshore Windenergie aufgestellt.

Arbeitsprogramm und Budget

Seit 2014 werden Arbeitsprogramm und Budget im 2-Jahres-Zyklus verabschiedet. Das Arbeitsprogramm ist in sechs Hauptthemen und –ziele ("Programme areas") gegliedert:

  1. Global Energy Transition
  2. Gateway to Knowledge
  3. Enabling Investment and Growth
  4. Renewable Energy Access for Sustainable Livelihoods
  5. Islands: Lighthouses for RE Deployment
  6. Regional Action Agenda

Hauptorgane und Struktur

Die IRENA hat drei Hauptorgane. Die jährlich tagende Versammlung, bestehend aus allen Mitgliedstaaten, ist die höchste Entscheidungsinstanz der IRENA.

Der aus 21 Mitgliedern bestehende Rat prüft Berichte und Dokumente, insbesondere das vorgeschlagene IRENA Arbeitsprogramm und Budget, und legt diese der Vollversammlung zur Entscheidung vor.

Das Sekretariat setzt das IRENA-Arbeitsprogramm um und unterstützt die Versammlung, den Rat und weitere Unterorgane bei der Ausübung ihrer Funktionen. Das Sekretariat wird von dem IRENA- Generaldirektor geleitet und ist in drei Abteilungen aufgegliedert, von denen zwei in Abu Dhabi und eine in Bonn angesiedelt sind:

Das "Knowledge, Policy and Finance Centre (KPFC)" ist die globale Sammelstelle für Wissen über erneuerbare Energien. Außerdem dient es als Kompetenzzentrum für Politiken und Finanzfragen im Bereich der erneuerbaren Energien. KPFC ist als 'one-stop shop' für Statistiken über Kosten, Beschäftigung und Ressourcenpotenzial, Rahmenbedingungen für Investitionen sowie sozioökonomische Folgen und Umweltauswirkungen von erneuerbare Energien-Technologien konzipiert. Eines der Schlüsselprojekte von KPFC ist der "Global Renewable Energy Atlas", eine auf Politikentscheider und Investoren ausgerichtete internetbasierte Plattform zur Bemessung und Veranschaulichung des weltweiten Ausbaupotenzials für erneuerbare Energien.

Die Abteilung "Country Support and Partnerships (CSP)" hilft Ländern und Regionen, Einführung und Ausbau der erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Die Abteilung arbeitet hierzu mit einer großen Vielfalt an privaten und öffentlichen Interessenvertretern zusammen, um Strategien zu entwickeln und zu implementieren, die zu einer Beschleunigung der Einführung erneuerbarer Energien in Afrika, Asien, Europa, Lateinamerika und auf Inseln führen sollen. Insbesondere führt CSP in einzelnen Ländern "Renewable Readiness Assessments" durch. Dies sind Projekte, mit denen länderspezifisch prioritäre Handlungsfelder ermittelt werden und die als Politikberatung beim Ausbau der erneuerbaren Energien im jeweiligen Land dienen sollen.

Das "IRENA Innovation and Technology Centre (IITC)" in Bonn hat zum Ziel, die Nutzung von erneuerbare Energie-Technologien zu beschleunigen. Das IITC schafft einen Rahmen zur Unterstützung von Technologieentwicklung und Innovation und analysiert die Kostensenkungspotentiale und eine breitere Anwendung von Industriestandards. Bei der Umsetzung seines Teils des IRENA-Arbeitsprogramms arbeitet das IITC eng mit den beiden anderen Abteilungen KPFC und CSP in Abu Dhabi zusammen.

Das IITC stellt Regierungen maßgeschneiderte Lösungen für einen beschleunigten Technologiewechsel zu erneuerbaren Energien unter Berücksichtigung der nationalen Bedürfnisse und wirtschaftlichen Bedingungen sowie Ressourcenausstattung bereit. Dazu werden aktuelle Technologiekosten und -standards analysiert. Außerdem werden Szenarien, Strategien und Technologieentwicklungspfade erarbeitet, um Regierungen beim Aufbau einer effektiven Technologie- und Innovationspolitik zu unterstützen. Das IITC entwickelt "Roadmaps" für die Anwendung von erneuerbaren Energien in Städten und in Industrieprozessen sowie zur Umsetzung des Ziels der UN- Initiative "Sustainable Energy for All": den globalen Anteil der erneuerbaren Energien bis 2030 zu verdoppeln. IRENA hat bei dieser Initiative die Rolle des "Renewable Energy Hub" übernommen und legt mit der vom IITC erarbeiteten Studie "REmap 2030" dar, wie das Ziel der Verdopplung erreicht werden kann.

Nähere Informationen zu den Organen finden Sie im IRENA Statut.

Hintergrund zur Gründung der IRENA

Eine internationale Organisation, die sich ausschließlich auf die Förderung erneuerbarer Energie konzentriert, wurde bereits in den frühen 1980iger Jahren gefordert. Als Ergebnis des weltweit steigenden Interesses an erneuerbarer Energie wurde dieser Ruf immer lauter und schließlich von einer Vielzahl von Staaten sehr deutlich auf der Internationalen Konferenz für Erneuerbare Energien 2004 in Bonn ("renewables 2004") artikuliert. Die Idee wurde bei der Gründungskonferenz der IRENA am 26. Januar 2009 in die Realität umgesetzt. Vollständig etabliert wurde die Organisation mit der ersten Sitzung der Vollversammlung am 4. und 5. April 2011 am Sitz in Abu Dhabi.