Erfahrungswerte sammeln:
Pilotausschreibung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen

Photovoltaikanlage; Quelle: BMWi/Holger Vonderlind
© BMWi/Holger Vonderlind

Ziel der Pilotausschreibung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen (PV-Freiflächenanlagen) ist es, die Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien kostengünstig zu erreichen. Durch die Pilotausschreibung wird der kontinuierliche Zubau von PV-Freiflächen fortgeführt. Die hohe Akteursvielfalt sowie die Akzeptanz bleiben gewahrt.

Von den Erfahrungen, die bei der Pilotausschreibung gesammelt werden, kann auch bei Ausschreibungen für weitere erneuerbaren Energien profitiert werden. Das Ausschreibungsdesign ist so einfach, transparent und verständlich wie möglich gestaltet worden - damit möglichst verschiedene Investoren teilnehmen können - auch Bürgerenergieprojekte und Energiegenossenschaften.

Bisher fanden fünf Ausschreibungsrunden statt - mit Erfolg: Mehr Wettbewerb und ein stetig sinkendes Preisniveau zeigen, dass das Instrument funktioniert. In der ersten Ausschreibungsrunde im April 2015 lag der durchschnittliche Zuschlagswert bei 9,17 ct/kWh. Dieser sank kontinuierlich auf 8,48 ct/kWh in der 2. Ausschreibungsrunde, 8,00 ct/kWh in der 3. Ausschreibungsrunde, 7,41 ct/kWh in der 4. Ausschreibungsrunde auf nunmehr 7,25 ct/kWh in der 5. Ausschreibungsrunde vom August 2016.

Die Termine für weitere Ausschreibungsrunden werden alle 4 Monate in den Jahren 2016 und 2017 bekanntgegeben. Gebote, die in den vorangehenden Ausschreibungsrunden keinen Zuschlag erhalten haben, können in den nächsten Runden wieder mitbieten. Die konkreten Bedingungen und Formulare für die Ausschreibungsrunden finden Sie in der Regel acht Wochen vor dem jeweiligen Gebotstermin auf der Internetseite der Bundesnetzagentur.

Die Bundesnetzagentur hat Anfang 2016 einen umfassenden Ergebnisbericht zu den Pilotausschreibungen 2015 veröffentlicht. Diese Informationen finden Sie hier.

Die Ergebnisse der Ausschreibungsrunden vom April und August 2016 sind ebenfalls der Internetseite der Bundesnetzagentur zu entnehmen.

Auch grenzüberschreitend soll ein Teil der erneuerbare Energien Ausschreibungen geöffnet und die Fördersysteme angeglichen werden. Die gegenseitige Öffnung von Ausschreibungen für PV-Freiflächenanlangen zwischen Deutschland und Dänemark wurde am 20. Juli 2016 unterzeichnet. Mehr erfahren Sie hier.

Grundlage der Pilotausschreibung

Die Freiflächenausschreibungsverordnung (PDF: 850 KB) setzt die sowohl im Koalitionsvertrag als auch in der EEG-Novelle beschlossene Pilotausschreibung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen um. Sie wurde am 28. Januar 2015 vom Kabinett beschlossen und ist am 11. Februar 2015 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden. Zentrale Eckpunkte der Verordnung haben wir hier zusammengestellt.

Der Regelungsbedarf ist gleichwohl umfangreich, da ein faires Verfahren sichergestellt werden soll und widerstreitende Interessen in einen angemessenen Ausgleich gebracht werden müssen. Häufige Fragen und Antworten zur Freiflächenausschreibungsverordnung finden Sie hier.

Die Bundesregierung hat am 13. Januar 2016 den Bericht zu den Erfahrungen mit der Pilotausschreibung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen (PDF: 111 KB) auf der Grundlage von § 99 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2014) vorgelegt. Der Bericht zeigt, dass die Ausschreibung erfolgreich war: Die Wettbewerbsintensität war in allen drei Runden hoch, die Zuschlagspreise sind von Runde zu Runde gesunken und auch kleine Bieter und Projekte wurden bezuschlagt.

Auch die Bundesnetzagentur hat eine Auswertung des Pilotverfahrens zur Ausschreibung der finanziellen Förderung von PV-Freiflächenanlagen vorgenommen. Der Bericht ist Anlage zum Ausschreibungsbericht. Diesen können Sie hier (PDF: 354 KB) abrufen.