Maritime Raumordnung

Windenergieanlagen Alpha Ventus rund um FINO 1; von oben fotografiert
© BMWi/Holger Vonderlind

Innerhalb der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) in Nord- und Ostsee gibt es verschiedene Nutzungsansprüche, zu denen auch die Offshore-Windenergie zählt. Um eine Koordinierung der verschiedenen Nutzungsarten zu erreichen und mögliche Nutzungskonflikte zu minimieren, wurde ein Raumordnungsplan für die AWZ erstellt, analog zur Raumordnung an Land.




Raumordnungspläne für die deutsche ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ)

Das Bundesverkehrsministerium hat im Jahr 2009 Verordnungen über die Raumordnung in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone der Nordsee (AWZ Nordsee-ROV) und der Ostsee (AWZ Ostsee-ROV) erarbeitet. Im Zuge des Inkrafttretens dieser Verordnungen wurden auch die entsprechenden Raumordnungspläne für die Nord- und Ostsee veröffentlicht. Diese sollen zur räumlichen Steuerung der verschiedenen Nutzungsarten in der deutschen AWZ dienen. Die Festsetzungen der Raumordnungspläne betreffen folgende Nutzungen:

  • Schifffahrt,
  • Rohstoffgewinnung,
  • Rohrleitungen und Seekabel,
  • wissenschaftliche Meeresforschung,
  • Windenergiegewinnung,
  • Fischerei und Marikultur.

Zudem werden Schutzgebiete, Militärische Nutzung, Freizeit und Tourismus sowie Munitionsversenkungsgebiete und Sedimenteinbringung in den Nord- und Ostsee-ROV (zzgl.: Fehmarnbeltquerung) dargestellt und bei der Entwicklung der Grundsätze und Ziele berücksichtigt.

In der Nordsee werden für die Nutzungsarten Schifffahrt, Rohrleitungen und Seekabel sowie Windenergie in der AWZ Vorranggebiete festgelegt, in denen andere Nutzungen ausgeschlossen sind, soweit sie mit der präferierten Nutzung nicht vereinbar sind. In der Ostsee existieren dagegen nur für die Nutzungen Schifffahrt und Windenergie Vorranggebiete.

Sowohl in der Nord- als auch in der Ostsee werden zudem Vorbehaltsgebiete für die Nutzungen Schifffahrt, Rohrleitungen und Forschung festgelegt, in denen auch andere Nutzungen unter Vorbehalt möglich sind, d.h., dass diesen Nutzungen in den Gebieten ein besonderes Gewicht in der Abwägung mit konkurrierenden Nutzungen beigemessen wird.

Vorranggebiete für die Offshore-Windenergie

Im Hinblick auf den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie enthält der Raumordnungsplan für die Nordsee drei Vorranggebiete (Nördlich Borkum, Östlich Austerngrund und Südlich Amrumbank), für die Ostsee zwei (Kriegers Flak, Westlich Adlergrund). Aufgrund der vorangegangenen Prüfungen ist davon auszugehen, dass von der Windenergienutzung in diesen Bereichen keine nachhaltigen Beeinträchtigungen konkurrierender anderer Nutzungen, insbesondere der Schifffahrt und der Meeresumwelt, ausgehen. Ein normales Genehmigungs- bzw. Planfeststellungsverfahren ist selbstverständlich dennoch zu durchlaufen.

In den Vorranggebieten wird der Windenergienutzung Vorrang vor anderen raumbedeutsamen Maßnahmen eingeräumt. Diese Vorranggebiete entfalten keine ausschließliche Wirkung, so dass auch außerhalb dieser Gebiete liegende Flächen für die Windenergieerzeugung in Betracht kommen.

Weiterführende Informationen zur Raumordnung in der AWZ stellt das BSH bereit.