Häufig gestellte Fragen zur EEG-Umlage 2018

Stand: 16.10.2017

Was ist die EEG-Umlage und wer bestimmt ihre Höhe?

Bis zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die zum 1. August 2014 in Kraft getreten ist, konnten Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen von den Übertragungsnetzbetreibern eine feste Vergütung für jede eingespeiste Kilowattstunde erhalten.

Künftig müssen die Betreiber neuer Windkraft-, Solar-, Biomasse- und anderer Anlagen ihren Strom selbst am Markt verkaufen. Dafür erhalten sie von den Netzbetreibern eine sog. Marktprämie als Förderung. Die Marktprämie gleicht die Differenz zwischen der festen Einspeisevergütung und dem durchschnittlichen Börsenstrompreis aus. Für ältere Anlagen und kleine Neuanlagen ist diese Marktprämie optional. Sie können stattdessen auch weiterhin eine feste Einspeisevergütung beanspruchen.

Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) zahlen den Betreibern von EEG-Anlagen die Marktprämien und Einspeisevergütungen aus. Im Gegenzug müssen die ÜNB den erneuerbaren Strom, welcher eine feste Einspeisevergütung erhalten hat, an der Strombörse verkaufen. Diese Einnahmen reichen jedoch nicht aus, um ihre Ausgaben zu decken. Die Lücke zwischen den Einnahmen und Ausgaben entspricht den sogenannten Differenzkosten der erneuerbaren Energien. Die Differenzkosten, werden durch die Zahlung der EEG-Umlage finanziert. Die EEG-Umlage bestimmt sich, indem die Differenzkosten auf den Stromverbrauch (genauer: den umlagerelevanten Letztverbrauch) verteilt bzw. umgelegt werden.

Bei der Bestimmung der Höhe der EEG-Umlage spielen die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) eine zentrale Rolle. Jeweils spätestens zum 15. Oktober eines Jahres legen sie die Höhe der EEG-Umlage für das Folgejahr fest. Hierfür erstellen die ÜNB mit anerkannten Forschungsinstituten eine wissenschaftlich gestützte Prognose zu ihren erwarteten Ausgaben (im Wesentlichen die an die Anlagenbetreiber zu zahlenden Einspeisevergütungen und Marktprämien) und ihren voraussichtlichen Einnahmen aus dem Verkauf des EEG-Stroms an der Strombörse. Außerdem wird die Höhe des Stromverbrauchs prognostiziert, der für die Bestimmung der EEG-Umlage anzulegen ist (umlagerelevanter Letztverbrauch).

Die Bundesnetzagentur prüft, ob die ÜNB bei der Festlegung der EEG-Umlage die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten haben. Sollte sich im Nachhinein zeigen, dass die Umlage zu hoch oder zu niedrig angesetzt wurde (z. B. weil mehr Strom aus erneuerbaren Energien eingespeist wird, als bei Festlegung der Umlage erwartet wurde), erfolgt im folgenden Jahr ein Ausgleich bei der dann festzulegenden EEG-Umlage.

Zum Weiterlesen:
Die rechtlichen Grundlagen zum Ausgleichsmechanismus und zur EEG-Umlage finden Sie in §§ 56 ff. EEG und der Verordnung zur Weiterentwicklung des bundesweiten Ausgleichsmechanismus (AusglMechV) einschl. einer entsprechenden Ausführungsverordnung (AusglMechAV) und www.erneuerbare-energien.de/EE/Navigation/DE/Gesetze/Weitere_Verordnungen/weitere_verordnungen.html.

Wie hoch ist die EEG-Umlage und wie setzt sie sich zusammen?

Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) sind verpflichtet, ihre Kalkulationen zur EEG-Umlage zu veröffentlichen. Alle Daten hierzu finden sich auf der Internetseite www.netztransparenz.de. Dort finden sich zusätzlich auch die wissenschaftlichen Untersuchungen, auf die sich die Prognose und Berechnung der EEG-Umlage stützt. Im Jahr 2018 sinkt die EEG-Umlage leicht auf 6,792 Cent/kWh. Für einen Vierpersonenhaushalt mit einem Stromverbrauch von 3.500 kWh/Jahr sind dies rund 20 Euro/Monat bzw. rund 240 Euro/Jahr (jeweils zzgl. MwSt).

Die EEG-Umlage des Jahres 2018 setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

1) Die sogenannte Kernumlage spiegelt den erforderlichen Betrag wider, um die im Jahr 2018 voraussichtlich anfallenden Kosten der erneuerbaren Energien auszugleichen. Diese Kosten berechnen sich aus den Ausgaben und Einnahmen des EEG-Systems. Zu den Ausgaben zählen vor allem die zu zahlenden Einspeisevergütungen und Marktprämien, welche die Anlagenbetreiber für ihre Stromeinspeisung bekommen. Einnahmen werden insbesondere durch die Vermarktung des erneuerbaren Stroms an der Börse erzielt. Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen, die Differenz bezeichnet man als Differenzkosten. Die Übertragungsnetzbetreiber erwarten für das Jahr 2018 Differenzkosten von rund 25,6 Mrd. Euro. Diese werden auf einen Stromverbrauch in ganz Deutschland von rund 350 Mrd. Kilowattstunden (den sogenannten umlagerelevanten Letztverbrauch) verteilt bzw. umgelegt. Daraus ergibt sich eine Kernumlage von 7,3 Cent/kWh.

2) Die Höhe der Kernumlage ist Ergebnis einer Prognose. Auch wenn diese Prognose auf Basis wissenschaftlicher Methoden von anerkannten Forschungsinstituten erstellt wird, kann sie nicht die Zukunft vorhersagen. Vor allem durch Witterungseinflüsse, also wenn die Sonne stärker scheint als gedacht oder der Wind weniger weht als angenommen, kann es zu Abweichungen von der Prognose kommen. Aus diesem Grund wird auf die Kernumlage ein Aufschlag von 6 Prozent erhoben. Diese Art Puffer gegen Prognoseabweichungen soll Finanzierungsengpässen bei der Zahlung von Vergütungen vorbeugen. Er wird deshalb Liquiditätsreserve genannt. Im Jahr 2018 beträgt die Liquiditätsreserve rund 0,44 Cent/kWh. Bei korrekter Prognose der Kernumlage, wenn es also keine Prognoseabweichungen gibt, steht sie für die Berechnung der EEG-Umlage im folgenden Jahr wieder in voller Höhe zur Verfügung.

3) Auf dem sogenannten EEG-Konto werden die Ausgaben und Einnahmen des EEG (v. a. Vergütungs- und Prämienzahlungen, Börsenerlöse und Einnahmen aus Zahlung der EEG-Umlage) verbucht. Dort zeigt sich anhand des Kontostands, ob die Prognose der EEG-Umlage zu hoch oder zu niedrig festgelegt wurde. Wenn z. B. die tatsächlichen Vergütungszahlungen an Anlagenbetreiber höher waren als gedacht, dann rutscht das Konto "ins Minus", Andersherum ergäbe sich ein Kontoguthaben. Einmal im Jahr, und zwar am 30. September, wird das Konto verrechnet und ausgeglichen. Dieser Kontoausgleich ist die dritte Komponente der EEG-Umlage. Ein Kontoüberschuss senkt die EEG-Umlage, ein Kontodefizit erhöht sie. Der Kontoausgleich stellt somit sicher, dass einmal im Jahr die Prognose und die Realität abgeglichen und mit der folgenden EEG-Umlage verrechnet werden Zum 30.09.2017 wies das EEG-Konto ein Plus von 3,33 Mrd. Euro auf. Dieser Kontoüberschuss senkt die EEG-Umlage 2018 um 0,95 ct/kWh.

Zum Weiterlesen:
Die Übertragungsnetzbetreiber haben die Details ihrer Kalkulationen zur EEG-Umlage 2018 wie in den Vorjahren unter www.netztransparenz.de veröffentlicht. Dort finden sich zusätzlich auch die wissenschaftlichen Untersuchungen, auf die sich die EEG-Prognose der Übertragungsnetzbetreiber stützt, sowie ein aktueller Überblick zum Stand des EEG-Kontos.

Wer garantiert mir, dass die Übertragungsnetzbetreiber die EEG-Umlage nicht zu hoch festlegen?

Die Festsetzung der EEG-Umlage erfolgt auf der Basis des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), der Ausgleichsmechanismusverordnung (AusglMechV) und der Ausgleichsmechanismusausführungsverordnung (AusglMechAV) unter Aufsicht der Bundesnetzagentur (Missbrauchsaufsicht). Sollten sich die Prognosewerte im Laufe des Jahres als zu hoch bzw. niedrig erweisen, erfolgt ein Ausgleich im folgenden Jahr. Die Verrechnung des Kontostands zum 30. September geschieht jedes Jahr automatisch ("Kontoausgleich") und entspricht der Systematik der EEG-Umlagenfinanzierung. Etwaige Überschüsse verbleiben also im System und kommen vollständig den Stromverbrauchern zugute. Sie werden bei der Festsetzung der EEG-Umlage des Folgejahres berücksichtigt. Gleiches gilt für etwaige Zinsgewinne auf ein Guthaben auf dem EEG-Konto, das von den Übertragungsnetzbetreibern treuhänderisch verwaltet wird.

Die Übertragungsnetzbetreiber sind im Übrigen verpflichtet, die relevanten Datengrundlagen, auf die sich die Festlegung der EEG-Umlage stützt, zu veröffentlichen (www.netztransparenz.de). Somit ist ein hohes Maß an Transparenz gewährleistet und jeder Bürger hat Zugriff auf die entsprechenden Informationen.

Die erneuerbaren Energien senken die Strompreise an der Börse. Warum kommt diese Preisreduktion nicht beim Verbraucher an?

Bei guten Windverhältnissen und/oder hoher Sonneneinstrahlung wird viel erneuerbar erzeugter Strom in das Stromnetz eingespeist und an der Strombörse verkauft. Gleichzeitig wird insgesamt immer weniger Strom aus fossilen Kraftwerken benötigt, um die Nachfrage nach Strom zu bedienen. Das hat zur Folge, dass nur noch die günstigsten fossilen Kraftwerke (vor allem Braunkohle- und Kernkraftwerke) ihren Strom an der Strombörse verkaufen können und Kraftwerke mit höheren variablen Kosten (vor allem Steinkohle- und Gaskraftwerke) vom Markt gedrängt werden. Durch diese Verschiebung der Einsatzreihenfolge hin zu günstigeren Kraftwerken, dem sogenannten "Merit-Order-Effekt", sinkt der Börsenstrompreis.

Die Höhe des Merit-Order-Effekts lässt sich allerdings nicht eindeutig bestimmen, denn die Börsenstrompreise hängen nicht nur von der Einspeisung der erneuerbaren Energien, sondern von sehr vielen Einflussfaktoren ab (z. B. Brennstoffpreise, CO2-Preise,Einspeisung der erneuerbaren Energien, konventionelle Kraftwerkskapazitäten, Kopplung der Märkte, Konjunktur). Zudem variieren Faktoren je nach aktueller Preis- und Laststruktur. Mehrere wissenschaftliche Studien, kommen zu dem Ergebnis, dass der Merit-Order-Effekt in der Vergangenheit, auch unter konservativen Annahmen, eine erhebliche Größenordnung hatte. Nach einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) trug der Merit-Order-Effekt im Jahr 2013 und 2014 rechnerisch zu einer Absenkung des Börsenstrompreises von rund 6 Euro/MWh bei.

Ob und in welchem Umfang Stromversorgungsunternehmen sinkende Börsenpreise an private Haushalte und Unternehmen weitergeben, hängt sehr stark von dem jeweiligen Stromanbieter ab. Problematisch ist, dass viele Stromkunden die Möglichkeiten, die Ihnen der Wettbewerb bietet, nicht genug nutzen. Stromversorger geben sinkende Kosten selten an die Bestandskunden in der Grundversorgung weiter. Sie geben diese aber sehr wohl an Neukunden weiter, die den Stromvertrag oder -versorger wechseln. In diesem immer noch kleinen Segment herrscht ein sehr intensiver Wettbewerb.

Wer kontrolliert die Strompreise?

Die Endkundenstrompreise bilden sich am Markt. Die von den Stromversorgern angebotenen Preise werden einerseits durch die Kosten für Produktion, Beschaffung und Transport (Stromnetz) beeinflusst. Andererseits spielen auch staatliche Abgaben sowie Umlagen (z. B. für das EEG) eine Rolle. Das Bundeskartellamt, die Bundesnetzagentur und die EU-Kommission beobachten den Strommarkt und die Stromanbieter hinsichtlich Preisabsprachen und Marktverhalten und schreiten bei Missbrauch dagegen ein.

Die wirksamste Kontrolle vor zu hohen Strompreisen ist aber ein funktionierender Wettbewerb. Dazu kann jeder Stromverbraucher selbst beitragen, indem er regelmäßig die angebotenen Strompreise vergleicht und ggf. zu einem günstigeren Anbieter wechselt. Nur so entsteht ein Druck auf die Anbieter, den Preis möglichst niedrig zu halten.

Ich beziehe Strom aus erneuerbaren Energien. Warum muss ich trotzdem die EEG-Umlage zahlen?

Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird der Zubau von Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien unterstützt. Dieses Gesetz hat dafür gesorgt, dass der Anteil der erneuerbaren Energien  am Stromverbrauch von 6,8 Prozent im Jahr 2000 auf über 31 Prozent gestiegen ist. Mit wenigen Ausnahmen findet der gesamte Zubau an Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Rahmen des EEG statt. Die damit verbundenen Kosten werden im Grundsatz – abgesehen von den bestehenden Ausnahmeregelungen, z. B. für stromintensive Unternehmen,  auf den gesamten Stromverbrauch umgelegt, so dass jeder Stromverbraucher seinen Beitrag zur Finanzierung des Ausbaus der Erneuerbaren leistet, unabhängig davon, ob er ein "Ökostrom-Produkt" bezieht oder nicht. Denn der Bezug von "Ökostrom-Produkten" leistet allenfalls einen sehr geringen Beitrag zum Ausbau der Erneuerbaren, weil der weitaus größte Teil des Stroms, der in Deutschland im Rahmen von "Ökostrom-Produkten" vermarktet wird, aus vor langer Zeit gebauten Wasserkraftwerken in Deutschland oder anderen Ländern stammt. Bei Strom aus ausländischen Anlagen wird dabei häufig nur ein "Grünstrom-Zertifikat" verkauft, das dann dazu berechtigt, in Deutschland erzeugten Strom aus fossilen Energieträgern als "Ökostrom" zu vermarkten. Eine allgemeine Befreiung von "Ökostrom-Produkten" von der EEG-Umlage ist deshalb nicht gerechtfertigt.

Warum wird der Verbraucher nicht von der EEG-Umlage entlastet – so wie die Wirtschaft?

Das EEG beteiligt sowohl die Industrie als auch die privaten Stromkunden angemessen an den Kosten für den Umbau unserer Energieversorgung. Die sogenannte Besondere Ausgleichsregelung, durch die stromintensive Unternehmen nur eine reduzierte EEG-Umlage zahlen müssen, wurde im Rahmen der EEG-Novelle im Jahr 2014 an geltendes EU-Recht angepasst. Künftig gilt die Ausnahmeregelung nur für stromintensive Unternehmen aus Branchen, die durch ein bestimmtes Maß an Strom- und Handelsintensität gekennzeichnet sind. Hierdurch wird die Ausnahmeregelung auf Unternehmen und Branchen beschränkt, die in einem harten internationalen Wettbewerb stehen. Zu bedenken ist: Im internationalen Wettbewerb ist der Strompreis ein wichtiger Erfolgsfaktor. Die Wettbewerbsfähigkeit der stromkostenintensiven Industrie und die davon abhängige Vielzahl von Arbeitsplätzen dürfen nicht gefährdet werden: Würden wegen einer Belastung mit der EEG-Umlage stromintensive Unternehmen ihre Produktion ins Ausland verlagern, so würden sie auch nichts mehr zur Finanzierung der EEG-Umlage beitragen.

Die große Mehrheit der Industrieunternehmen (ca. 96 Prozent) wird auch im Jahr 2018 die EEG-Umlage in voller Höhe zahlen. Nur vier Prozent der Unternehmen sind von der Besonderen Ausgleichsregelung begünstigt und zahlen nicht den vollen Satz für den über eine Gigawattstunde hinausgehenden Verbrauch. Im Jahr 2018 finanziert die gesamte Wirtschaft etwa zwei Drittel der EEG-Umlage (Industrie rund 26 Prozent, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen rund 39 Prozent) . Private Verbraucherinnen und Verbrauchen tragen rund 34 Prozent. Die Lasten des EEG sind gerecht verteilt.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen