Umrüstung von Photovoltaikanlagen

"50,2 Hertz-Problematik"

Neben der Stromstärke und der Spannung ist die Netzfrequenz eine wichtige Kenngröße des Stromnetzes. Die normale Netzfrequenz beträgt 50,0 Hertz. Bei größeren Abweichungen von der normalen Netzfrequenz, z.B. aufgrund eines größeren Stromausfalls, können im Stromnetz, bei Stromkunden und bei Erzeugungsanlagen Schäden entstehen. Alle Erzeugungsanlagen unterliegen daher technischen Vorschriften, wie sie sich bei einer Frequenzabweichung verhalten müssen. So trennen sich Photovoltaikanlagen, die Solarstrom erzeugen, bei zu hohen Schwankungen in der Netzfrequenz automatisch vom Stromnetz. Viele Photovoltaikanlagen trennen sich aber derzeit im Störfall zu früh vom Netz. Bei einer Netzstörung kann dieses verfrühte Abschalten die Probleme im Netz verstärken. Da die Netzfrequenz in ganz Europa gleich ist, würde eine Abschaltung von vielen Photovoltaikanlagen in Deutschland auch die Versorgungssicherheit in Europa beeinträchtigen.

Wie wird das Problem gelöst?

Im Jahr 2012 hat der Gesetzgeber die "Systemstabilitätsverordnung" (SysStabV) erlassen, die die Grundlage für die Umrüstung der bestehenden Photovoltaikanlagen ist und die eine zuverlässige Stromversorgung und -erzeugung sicherstellt. In der Verordnung ist festgelegt, dass die Schutzeinstellungen von rund 350.000 Photovoltaikanlagen in Deutschland geändert werden muss. Im Wesentlichen sind Anlagen mit einer Leistung von mehr als 10 kW betroffen, die nach dem 01. September 2005 in Betrieb gegangen sind. 

Wie läuft der Umrüstungsprozess ab?

Die Energieversorger schreiben die Anlagenbetreiber und -betreiberinnen von Photovoltaikanlagen an und fordern sie auf, innerhalb von maximal vier Wochen Informationen über ihre Anlagen zu geben. Anhand dieser Informationen beauftragen die Energieversorger geeignete Installateure, die die Anlagen in Zusammenarbeit mit dem Betreiber oder der Betreiberin an die neuen Abschaltfrequenzen anpassen. Der Betreiber oder die Betreiberin haben eine Mitwirkungspflicht. Der Abschluss der Umrüstung wird dem Energieversorger gemeldet. Die Kosten für die Umrüstung werden von den Energieversorgern getragen und auf alle Netzkunden umgelegt. Falls der Betreiber oder die Betreiberin seinen Wunschhandwerker beauftragt und dadurch Mehrkosten anfallen, muss der Betreiber oder die Betreiberin die zusätzlichen Kosten selbst tragen. Wer seiner Mitwirkungspflicht bei der Umrüstung nicht nachkommt, hat keinen Anspruch auf Vergütung bis die Anlage nachgerüstet ist.

Wir bitten Sie um Ihre Mitarbeit!

Hintergrundinformationen:

Weitere Informationen auf den Seiten des BMWi:

  1. Systemsicherheit und Systemdienstleistungen
  2. Systemstabilitäts-Verordnung (SysStabV)
  3. Auslegungshinweise zur Systemstabilitäts-Verordnung (SysStabV)
  4. Erläuterungen der Verbände für Netzbetreiber, Anlagenbetreiber und Anlagenbetreiberinnen:
    www.solarwirtschaft.de
    www.bdew.de

Weiterführende Informationen