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Kurzlink: www.erneuerbare-energien.de/P221/

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Bericht des Umweltbundesamtes stellt die Bilanzierung der Netto-Treibhausgasemissionseinsparung durch erneuerbare Energieträger auf eine aktuelle Basis

Im Auftrag des BMU hat das Umweltbundesamt (UBA) die Emissionsbilanzierung erneuerbarer Energieträger für die Energiesektoren Strom, Wärme und Verkehr inhaltlich und methodisch aktualisiert. Denn eine auf soliden und aktuellen wissenschaftlichen Grundlagen basierende Emissionsbilanzierung ist essentiell, um die Umweltwirkungen der Nutzung erneuerbarer Energien abzuschätzen und die für die nationalen sowie EU-Berichtspflichten erforderliche Netto-Einsparung an Treibhausgasemissionen ermitteln zu können.

Der Bericht dokumentiert die methodische Vorgehensweise im Strom-, Wärme- und Verkehrssektor sowie die Netto-Emissionsbilanz für das Jahr 2007. Die durch den Einsatz erneuerbarer Energien vermiedene Menge an fossilen Emissionen wird dabei den durch erneuerbare Energien verursachten Emissionen gegenübergestellt.

Die Treibhausgas- und Luftschadstoffbilanz wurde auf Basis der UBA-Datenbank zur nationalen Emissionsberichterstattung (ZSE) sowie auf der Basis von Ökobilanz¬datenbanken anerkannter Forschungsinstitute (GEMIS, ecoinvent, JRC) erstellt. Des Weiteren sind die Ergebnisse aus einem Forschungsvorhaben zur Evaluation von Emissionsfaktoren erneuerbarer Energien eingeflossen und neue Erkenntnisse zu den Substitutionsbeziehungen im Stromsektor aus dem Forschungsvorhaben des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung "CO2-Minderung im Stromsektor durch den Einsatz erneuerbarer Energien" einbezogen worden.

Auf einem Experten-Workshop "Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger", zu dem UBA zusammen mit der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) im März 2009 eingeladen hatte, wurden die verwendeten Datenquellen und Methoden ausführlich diskutiert und abgestimmt.

Im Ergebnis führt die Neuberechnung der Netto-Emissionsbilanz erneuerbarer Energien unter Berücksichtigung auch vorgelagerter Prozessschritte (sog. Vorketten), wie zum Beispiel der Herstellung und dem Transport von Windkraftanlagen, zu einer Emissionsvermeidung von etwa 67 Mio. t CO2 im Stromsektor, etwa 28 Mio. t CO2 im Wärmesektor und ca. 11 Mio. t CO2 im Verkehrssektor. Insgesamt ergibt sich damit eine CO2-Vermeidung von rund 106 Mio. t CO2 in 2007. Gegenüber der alten Berechnungsmethode, die für die Veröffentlichung "Erneuerbare Energien in Zahlen" Stand Juni 2008 verwendet wurde, ergibt sich damit eine leichte Reduzierung der Emissionsvermeidung.

Bei einer Erweiterung der Betrachtung um die Treibhausgase Methan und Lachgas weist die Netto-Emissionsbilanz der erneuerbaren Energien eine Emissionsvermeidung (mit Vorketten) in Höhe von ca. 107 Mio. t CO2-Äquivalenten in 2007 auf. Etwa 71 Mio. t CO2-Äquivalente entfallen auf den Stromsektor, ca. 29 Mio. t CO2-Äquivalente auf den Wärmesektor und ca. 7 Mio. t CO2-Äquivalente auf den Verkehrssektor. Direkte und indirekte Landnutzungsänderungen sind aufgrund lückenhafter Datenlage sowie noch laufender methodischer Diskussionen in den Berechnungen nicht berücksichtigt.

Neben der Notwendigkeit, abgestimmte Methoden zur Bilanzierung direkter und indirekter Landnutzungsänderungen zu entwickeln, führt der Bericht auch weiteren Forschungsbedarf auf. Unter anderem ist die Datenlage im Bereich der Emissionsfaktoren durchschnittlicher Anlagen sowie im Bereich des landwirtschaftlichen Biomasseanbaus vielfach noch unzureichend.

Zukünftig ist vorgesehen, die Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger regelmäßig fortzuschreiben, besonders in Hinblick auf die EU-Berichtspflichten ab dem Jahr 2011. Eine Rückrechnung für die Jahre 1990 bis 2006 wird gegenwärtig vorbereitet.