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Stand: Juni 2004


Implementation der deutschen Strategie der Bundesregierung zum Ausbau der Windenergienutzung auf See

Ausbau der Offshore-Windenergie

Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie wurde das Bundesumweltministerium federführend mit der Erarbeitung der Strategie der Bundesregierung zum Ausbau der Windenergienutzung auf See beauftragt. Die Strategie wurde Ende Januar 2002 veröffentlicht und ist im Rahmen eines Pilotprojektes Teil der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung. Der Anteil der Windenergie am Stromverbrauch soll innerhalb der nächsten drei Jahrzehnte auf mindestens 25% wachsen. Allein mit der Offshore-Windenergienutzung sind 15% Anteil am Stromverbrauch in Deutschland erreichbar.

Zielsetzungen im Rahmen der Offshore-Strategie der Bundesregierung

Phasen Zeitraum Mögliche Kapazität Möglicher Stromertrag
1. Vorbereitungsphase 2. Startphase (Erste Baustufen) 3. Erste Ausbauphase 4. Weitere Ausbauphasen
2001 - 2003 2003/4-2006 2007-2010 2011-2030
-- MW mindestens 500 MW 3.000 MW 20.000 - 25.000 MW
-- TWh p.a. ca. 1,5 TWh p.a. ca. 10 TWh p.a. ca. 70 - 85 TWh p.a.

Eckpunkte der Offshore-Strategie

  • Der Ausbau der Windenergienutzung auf See soll umwelt- und naturverträglich sowie volkswirtschaftlich verträglich gestaltet werden und stufenweise erfolgen.
  • Ausweisung von Schutzgebieten in der AWZ sowie Regelungen zu besonderen Eignungsgebieten für Windkraftanlagen und zum Genehmigungsverfahren nach der Seeanlagenverordnung.
  • Technische sowie umwelt- und naturschutzbezogene Forschung soll den Ausbau der Offshore-Windkraftnutzung über die Startphase hinaus für einen längeren Zeitraum begleiten.
  • Zur Wahrung des Vorsorgeprinzips soll ein stufenweiser Ausbau (erste Stufe: max. 80 Anlagen) realisiert werden. Die Realisierung der jeweils nächsten Stufe setzt ein positives und belastbares Ergebnis hinsichtlich der Umwelt- und Naturverträglichkeit voraus.

Schwerpunkte bei der Umsetzung der Strategie

Die Weiterarbeit bei der Umsetzung der Offshore-Strategie der Bundesregierung umfasst die folgenden Punkte:

  • Die Identifizierung und Auswahl der deutschen Schutzgebieten in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) für das Schutzgebietssystem NATURA 2000 der Europäischen Union ist erfolgt und wird in naher Zukunft an die Europäische Kommission gemeldet.
  • Die ersten Eignungsgebiete für Windenergieanlagen in der AWZ werden bis Ende 2004 ausgewiesen sein.
  • Die gesetzlichen Grundlagen für eine langfristig ausgerichtete Raumplanung werden durch die Ausweitung des Raumordnungsgesetzes auf die AWZ in einem aktuellen Gesetzgebungsverfahren geschaffen.
  • Eine von der Deutschen Energieagentur (dena) initiierten Studie untersucht derzeit die Rahmenbedingungen und Auswirkungen der Netzanbindungen von Offshore Windparks. Voraussichtlich noch 2004 werden die Ergebnisse vorliegen.
  • Aufgrund des föderalen Systems in der Bundesrepublik Deutschland fallen die Genehmigungszuständigkeiten für die Errichtung von Offshore-Windparks sowie deren Netzanbindung in der AWZ sowie im Küstenmeer dem Bund bzw. den jeweiligen Bundesländern zu. Zur Straffung der Genehmigungsverfahren wird eine Harmonisierung der Genehmigungsverfahren auf Bundes- und Länderebene angestrebt.
  • Die ökologische Begleitforschung, die Forschung auf den Messplattformen sowie die Weiterentwicklung der Anlagentechnik konnte durch das Zukunftsinvestitionsprogramm (ZIP) und Forschungsprogrammen zu Erneuerbaren Energien langfristig gesichert werden. Die erste von drei Forschungsplattformen hat 2003 ihren Betrieb in der Nordsee, ca. 45 km nördlich der Insel Borkum, aufgenommen.
  • Im Rahmen der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird es 2004 zu einer Anpassung der Einspeisevergütung an den aktuellen technischen Entwicklungsstand sowie eine Differenzierung in Abhängigkeit von Wassertiefe und Küstenentfernung kommen.

Genehmigungslage

  • Bisher haben vier Offshore-Windparks mit einer Gesamtleistung von über 800 MW und ca. 250 Anlagen in der Nordssee die Baugenehmigung erhalten. In naher Zukunft stehen weitere Projektanträge zur Entscheidung an.

Die gesamte Strategie der Bundesregierung zur Nutzung der Windenergie finden Sie unter www.erneuerbare-energien.de oder www.offshore-wind.de.