Stand: November 2007
Die sicherheitspolitische Bedeutung erneuerbarer Energien
Der diesjährige EU- wie G8-Vorsitz der Bundesregierung verdeutlichen, wie stark Klima- und Energiepolitik miteinander verknüpft sind. Davon zeugen sowohl die Beschlüsse des Rates der Europäischen Union im Frühjahr als auch die Diskussionen im Rahmen des G8-Gipfels von Heiligendamm. Die gegenwärtige Struktur des globalen Energieverbrauchs, die vor allem durch die Nutzung fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas geprägt ist, hat nicht nur gravierende Auswirkungen für das globale Klima. Die außen- und sicherheitspolitischen Folgen unserer Energieversorgung werden zunehmend von der Debatte um Klimasicherheit flankiert. Dabei geht es vor allem darum, inwieweit die Klimafolgen der Energiepolitik mögliche Konflikte verstärken oder sogar auslösen.
Die Konkurrenz um die Nutzung fossiler Energieträger hat bereits in der Vergangenheit zu politischen Spannungen und Konflikten unterschiedlicher Intensität geführt. Der Zugang zu Energieressourcen ist in vielen Regionen mit geostrategischen Fragen und sowie Fragen regionaler Vorherrschaft verknüpft, wie z.B. die Spannungen zwischen Russland und seinen Nachbarstaaten gezeigt haben. Die Region Zentralasien verfügt über umfangreiche Gas- und Ölvorkommen, ist aber gleichzeitig durch politische Instabilitäten geprägt. Da der Energiebedarf nicht nur in Industriestaaten weiter steigt, sondern in beträchtlichem Maße auch in bevölkerungsreichen Schwellenländern wie China und Indien, verstärkt sich zunehmend die Konkurrenz um strategische Zugänge zu Erdöl- und Erdgasvorkommen. Dies betrifft vor allem Länder, die in hohem Maße von Energieimporten abhängig sind.
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