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Kurzlink: www.erneuerbare-energien.de/P383/

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Editorial von Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen

Für eine dynamische und nachhaltige Entwicklung der Solarindustrie in Deutschland

Der dynamische Ausbau der Photovoltaik in Deutschlandist eine Erfolgsgeschichte. Deutsche Unternehmen sindtechnologisch weltweit führend, die Branche hat einen hohenExportanteil und schafft insbesondere in Ostdeutschlandviele hochwertige Arbeitsplätze. Solarenergie ist einzentraler Zukunftsmarkt, in dem Deutschland weiterhinstark sein soll. Mein Ziel ist es daher, die Nutzung von Solarstromweiter auszubauen und die Photovoltaik aus der Nischenpositionmit einem Ein-Prozent-Anteil an der Stromerzeugungin eine relevante Größenordung von vier bis fünfProzent zu bringen.

Im Jahr 2009 wurden rund 3 000 Megawatt neue Photovoltaikanlageninstalliert. Damit sind Anlagen mit einerLeistung von insgesamt rund 9 000 Megawatt in Betrieb –eine Entwicklung, die ich außerordentlich begrüße. Undobwohl wir mit einer jährlichen Zielmarke von 3 500 Megawattunsere Zubauprognose verdoppeln wollen, ist eineKorrektur der Vergütung für Photovoltaikanlagen zwingendgeboten.

Die Solarenergie hat im Vergleich zu anderen erneuerbarenEnergien das größte Ausbaupotenzial – sie hat aberauch das größte Kostensenkungspotenzial. Der im vergangenenJahr eingetretene Verfall der Marktpreise führt beiden gegenwärtigen Vergütungssätzen zu einer Überförderungund damit zu wirtschaftlichen Fehlanreizen. Im Jahr2009 sind die Systempreise im Durchschnitt um rund 30Prozent gesunken. Für 2010 wird nochmals eine Preissenkungin der Größenordnung von zehn bis 15 Prozent vorausgesagt.Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) siehtim Gegensatz dazu nur eine Verringerung der Einspeisevergütung um rund zehn Prozent pro Jahr vor, das heißt um 20 Prozent in den Jahren 2009 und 2010. Eine zusätzlicheAbsenkung der Vergütung um 16 Prozent stelltvor diesem Hintergrund eine angemessene Maßnahmedar. Die Absenkung soll zum 1. Juli 2010 erfolgen. Damitwird Handwerkern, Planern und Investoren noch genügendZeit zur Fertigstellung von bereits geplantenProjekten gegeben.

Die Anpassung der Vergütung im EEG wird dasMarktwachstum wieder stabilisieren und eine gesundeEntwicklung unserer Unternehmen ermöglichen. Dienotwendige Absenkung soll in zwei Schritten erfolgenund künftig dynamisch an das Wachstum des Marktvolumensangepasst werden.

Freiflächenanlagen sollen anders als nach geltendemRecht auch über 2014 hinaus gebaut werden können.Die neue Regelung zu den Freiflächen sorgt dafür,dass der Ausbau der Photovoltaik im Einklang mit denZielen des Landschafts- und Naturschutzes erfolgt undvon der Förderung kein Anreiz für den Landschaftsverbrauchausgeht. Auf bereits versiegelten Flächen sowieauf Flächen, die zuvor bereits wirtschaftlich oder militärischgenutzt waren sowie entlang von Verkehrswegenkönnen auch in Zukunft Anlagen errichtet werden.Damit hat auch der Ausbau von Freiflächen eine wirtschaftlichePerspektive.

Bei einer weiterhin dynamischen Marktentwicklungerwarten wir bereits 2013 in Deutschland die sogenannteNetzparität. Dann lässt sich Solarstrom hierzulande zu Kosten erzeugen, die dem Niveau herkömmlicher Verbraucher-Stromtarife entsprechen. DieserEntwicklung bereiten wir den Weg, indem wir denEigenverbrauch in Zukunft viel stärker fördern. Privathaushalte,die Solarstrom nicht ins Netz einspeisen, sondernselbst verbrauchen, gewinnen künftig acht stattdrei Cent pro Kilowattstunde. Für die Bürgerinnen undBürger ist dies eine Einladung, beim Klimaschutz aktivmitzumachen. Auch das Gewerbe wird davon profitieren,denn wir dehnen diese Regelung auf Anlagen bis800 Kilowatt aus. Perspektivisch lässt sich der Anteilselbst verbrauchten Stroms deutlich erhöhen, wennneue Speichertechnologien und intelligente Haushaltsgerätezum Einsatz kommen. In Zukunft wirdStrom also vermehrt dezentral erzeugt und verbraucht– mit der Folge, dass sich der Strombezug aus dem Netzreduziert und dieses entlastet.

Die Innovationskraft der Industrie stärken wir durcheine intensive Forschungsförderung in Höhe von gegenwärtigfast 40 Millionen Euro jährlich. Damit unterstützenwir vor allem Innovationen, die zur Reduzierungder Kosten im Produktionsprozess bei gleichzeitigerVerbesserung der energetischen Leistung derModule beitragen. Geringere Stromentstehungskostenstärken die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Solarunternehmen.Auf einem umkämpften Markt ist dies vonerheblicher Bedeutung. Nicht Überförderung, sonderntechnologische Spitzenleistungen und ständige Innovationensind die Garanten für eine nachhaltige Zukunftder deutschen Solarindustrie.