Pressemitteilung
14.05.2020

Methodik zur Beurteilung von Störungen an Funknavigationsanlagen durch Windenergieanlagen verbessert

Die Formel zur Berechnung von Störungen auf Funknavigationsanlagen durch Windenergieanlagen wird zum 1. Juni 2020 an die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse angepasst. Die Physikalisch Technische Bundesanstalt hat im Forschungsvorhaben WERAN die durch Windenergieanlagen hervorgerufenen Einschränkungen der Genauigkeit von Funknavigationssystemen umfassend untersucht. Auf Basis der Ergebnisse können die Einschränkungen deutlich genauer als bisher modelliert werden. Damit wird die Prognosequalität der zu erwartenden Störungen schon in der Planungsphase neuer Windparks deutlich verbessert.

Windturbine
© stock.adobe.com/engelac

Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier: „Die Arbeiten am Arbeitsplan Wind gehen voran. Die Physikalisch Technische Bundesanstalt hat hervorragende wissenschaftliche Arbeit geleistet. Die verbesserten Modelle zeigen nun viel genauer, wo Windenergieanlagen Störungen in Funknavigationssystemen hervorrufen können und wo nicht. Die neue wissenschaftliche Berechnungsmethodik hilft den Genehmigungsbehörden vor Ort.“

Bundesminister für Verkehr und Digitale Infrastruktur, Andreas Scheuer: „Die Forschungsergebnisse der Physikalisch Technischen Bundesanstalt sind ein echter Gewinn für den Ausbau der Windenergie. Die wissenschaftliche Überarbeitung der Berechnungsformel bildet die Grundlage, um die Auswirkungen von Windkraftanlagen auf Drehfunkfeuer besser zu verstehen. Auf dieser Grundlage werden wir weiter an der Vereinbarkeit von Windenergie und Funknavigationsanlagen arbeiten.“

Um eine Genehmigung für den Betrieb von Windenergieanlagen zu erhalten, müssen Projektentwickler nicht nur Auflagen für Arten- und Naturschutz erfüllen und die Lärmgrenzen zum Schutz von Anwohnern einhalten. Auch die Auswirkungen von Windenergieanlagen auf Funknavigationsanlagen müssen beurteilt werden. Solche Drehfunkfeuer unterstützen die Navigation von Flugzeugen und arbeiten mit elektromagnetischen Signalen. Hohe Bauwerke, wie z. B. Windenergieanlagen, können diese elektromagnetischen Signale stören. Um die internationalen Vereinbarungen zu den erlaubten Abweichungen der Funknavigationssysteme einzuhalten, müssen die Störungen unter einem bestimmten Grenzwert bleiben. Die Auswirkungen einer geplanten Windenergieanlage auf das Signal des Drehfunkfeuers werden mit Hilfe einer mathematischen Näherungsformel berechnet. Auf Basis der umfassenden Untersuchungen der PTB im Forschungsprojekt WERAN können die Auswirkungen nun detaillierter berechnet werden.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur unterstützt das Forschungsprojekt und hat die neuesten Erkenntnisse daraus genutzt, um gemeinsam mit der PTB, dem Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung und der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH die Berechnungsformel anzupassen. Die neue Formel wird ab dem 1. Juni 2020 angewandt.

Aufgrund der aktuellen Herausforderungen bei Genehmigungen von Windenergieanlagen haben sich das Bundeswirtschafts- und das Bundesverkehrsministerium auf weitere Maßnahmen verständigt. So soll nach ausreichender Bestätigung der neuen Prüfmethodik eine Änderung des Radius von Prüfbereichen vorgenommen werden.

Im Oktober 2019 hat das Bundeswirtschaftsministerium einen Arbeitsplan zur Stärkung der Windenergie an Land vorgelegt, der Maßnahmen zur Verbesserung der Akzeptanz und zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren enthält. Die Änderung der Bewertungsverfahren zur Ermittlung von Störungen bei Drehfunkfeuern durch Windenergieanlagen ist Teil dieses Arbeitsplans.

Ringvergleich der PTB
www.ptb.de/cms/en/ptb/fachabteilungen/abt2/fb-22/ag-221/research-activities.html

Veröffentlichung des BAF
www.baf.bund.de/DE/Home/Startseite/Thema6_Topthema/ST/Topthema_KooperationPTB/WERANPlus_Ringvergleich.html